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Aufnahme von Wildtieren im Jahre 2018

Der Schwerpunkt der Notanrufe ist die Brutzeit der Wildvögel. Meistens sind sie zu früh ausgeflogen oder die Eltern werden bei der Aufzucht gestört.

Nicht alle Tiere sollten gleich mitgenommen werden. Eine Grundkenntnis der Arten ist erforderlich. Tierliebe allein reicht nicht aus. Notaufnahmen sind nur vorübergehend, Wildtiere werden vom NABU ausgewildert.

Die Wildtiere litten im Sommer 2018 sehr unter der Trockenheit.

Sechs verletzte und entkräftete Stadttauben und eine sehr geschwächte polnische „Brieftaube“ wurden tierärztlich behandelt, diese Tierärzte sind spezialisiert auf Vogelkunde. Weil die  Brieftaube beringt war, konnte man ihre polnische Herkunft bestimmen. Die meisten Züchter nehmen ihre Tiere nicht zurück, sie hat ja ihr „Ziel“ nicht erreicht.

Zwei junge noch flugunfähige Ringeltauben wurden von Elstern aus dem Nest geworfen und attackiert. Elster und Ringeltaube bauten ihre Nester zu dicht nebeneinander, wahrscheinlich waren es noch unerfahrene Vögel. Bis zum Ausfliegen wurden die Jungvögel fachgerecht versorgt. Im Mai wurde auf einem Spielplatz eine Taube gefunden, die nicht fliegen konnte. Es stellte sich heraus das es eine Zuchttaube, eine so genannte King- oder Huhntaube war, gezüchtet als flugunfähig. Sie lebt jetzt mit ihren Artgenossen in einer Freivoliere.

Betreuung von zwei jungen, schon sehr agilen, aber noch flugunfähigen Nebelkrähen, so genannten Ästlingen. Es passiert öfter, dass sie auf dem Boden landen. Normalerweise kein Problem, da die Eltern sehr lautstark und angriffslustig ihre Jungen verteidigen und sie auch füttern. Eine von den beiden jungen Nebelkrähen kam in eine tierärztliche Einrichtung da das Umfeld nicht stimmte. Das Jungtier hatte keine Unterschlupfmöglichkeiten, und befand sich in der Nähe einer stark befahrenen Strasse. Als ihr Gefieder ausgebildet war, wurde sie ausgewildert. Das andere Jungtier konnte im Brutrevier verbleiben und wurde von den Altvögeln versorgt.

Trotz Hilfe mussten ein Star, eine Singdrossel und zwei Haussperlinge eingeschläfert werden. Aus einer Kobel (Nest) stürzte ein junges Eichhörnchen, nach kurzer Zeit verstarb es vor Ort.

Ein Waschbär verirrte sich in ein noch nicht bezugsfertiges Wohnhaus, die Feuerwehr fing ihn mit einem Köcher ein und brachte ihn wieder raus in die „Freiheit“.

Auf einer Nebenstrasse in Berlin- Biesdorf wurde eine Stockente überfahren, sie führte fünf Entenküken. Eine beherzte, tierliebende Frau fing die Küken ein und brachte sie an den Müggelsee. Dort hat sie ihr Boot im Bootshaus liegen und wusste dass auf dem See eine Stockente nur ein Junges führte welches dem Alter der fünf Waisen entsprach. Da es zu solchen Adoptionen unterschiedliche Erkenntnisse gibt wurden sie über einen tagelangen Zeitraum beobachtet. Manchmal führt das Alttier die Jungen, aber adoptiert sie nicht. Das bedeutet, dass sie die Küken nicht wärmt und vor Raubsäugern schützt. In unserem genannten Fall hat die Stockentenmutter die fünf fremden Jungen angenommen.

Betäubungslose Kastration männlicher Ferkel geht weiter

Am 25. November 2018 beteiligte sich die ATH an einer Demo gegen die betäubungslose Kastration der männlichen Ferkel. Sie führte vom Brandenburger Tor bis zum Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Nachdem das Tierschutzgesetz 2013 geändert und eine fünfjährige Übergangsfrist beschlossen wurde war die betäubungslose Kastration der männlichen Ferkel nur bis 31.12.2018 erlaubt. Mit einer Mehrheit hat der Bundestag am 30.11.2018 den Beschluss gefasst, die Übergangsfrist um weitere 2 Jahre zu verlängern.

Das ist ein Verrat am Tierschutz und an den etwa 20 Millionen Ferkeln die in Deutschland jährlich ohne Betäubung kastriert werden.

Schluss mit der Tierquälerei in unseren Zirkussen

Gemeinsam demonstrierten wir mit mehreren Tierschutzorganisationen am 15.Dezember 2018 in Berlin Hohenschönhausen gegen den "Weihnachtszirkus" Williams. Wir fordern ein Wildtierverbot in Zirkussen. Immer wieder beklagen wir die langen Transporte, die zu engen Käfige und die atypischen "Kunststücke " die mit quälenden Methoden eingeübt werden. 


 

Peter Grützmacher

* 04.12.1940        +27.08.2018

 

Seit 1995 leitete Peter Grützmacher die Aktionsgemeinschaft Tierhilfe e.V. mit sehr viel Engagement .

Er entwarf und gestaltete, in Zusammenarbeit mit Mario Welzel, die halbjährlich erscheinenden Infoblätter.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Projektgruppenleiter der Hundehilfe organisierte und betreute er Aufnahmestellen bei Familien und Einzelpersonen. Dort wurden die Tiere bis zu ihrer Vermittlung versorgt. Peter lehnte Zwinger und Boxenhaltung für Hunde ab. 

Er stand im Kontakt mit den Bezirksverordnetenversammlungen der 12 Berliner Stadtbezirke, um die Vergabe von Stellplätzen auf Öffentlichem Gelände zu verhindern, für Zirkusse, welche Wildtiere zur Schau stellen.

Er baute ein engmaschiges Netzwerk zu vielen Tierärzten, Tierhilfsorganisationen und Fachgruppen auf (z.B. Eichhörnchenhilfe, Hilfe für Tauben), in denen verwaiste, wildlebende Tierarten fachkundig aufgezogen, oder kranke und verletzte Tiere behandelt und wieder ausgewildert wurden.


 

Keine Haltung und Vorführung von Tieren wildlebender Arten in Zirkussen

Demo gegen Zirkus

Beteiligung an einer Demo gegen den Zirkus Voyage. Er führt Wildtiere, ua. Löwen, Giraffen, Zebras, Elefanten und ein Flusspferd vor.
In 17 EU-Staaten gelten bereits Verbote oder Einschränkungen für die Haltung von Wildtieren in Zirkussen. Ein landesweites Verbot in Deutschland besteht noch nicht. Trotzdem haben 90 deutsche Städte und neun von 12 Berliner Bezirke durch ihre Bezirksverordnetenversammlungen und auch durch ständiges Anfragen von uns und anderen Tierschutzvereinen ein Verbot auf öffentlichen Gelände durchgesetzt. 

Schüler sammeln für Tiere

Im Rahmen einer Veranstaltung der Grundschule Alte Feuerwache in Berlin - Niederschöneweide sammelten die Schüler der Klasse 6b für den Tierschutz. Den Erlös vom Kuchenbasar in Höhe von 150€ überreichte die Klasse am 02.02.2018 unserem Verein.
Wir bedanken uns recht herzlich bei den Schülern für die Spende und ihr Interesse den Tieren zu helfen.
 

Aufnahme von Wildtieren und Exoten im Jahre 2017

Die Notaufnahme ist nur vorübergehend. Die Wildtiere werden vom NABU ausgewildert. Bei anerkannten Terraienvereinen finden die Exoten ein neues Zuhause.
An verschiedenen Orten brüteten drei Stockenten auf Balkonen. Unter Anleitung des NABU"s wurden die Jungen mit ihrer Mutter nach ihrem Schlupf eingefangen und an das nächstliegende geeignete Gewässer ausgesetzt.
Zwei junge Ringeltauben im Dunengefieder wurden zur Aufzucht einer uns bekannten Vogelpraxis übergeben. Die Tauben waren vorher attackiert worden.
Immer wieder bekommen wir Anfragen wegen Ästlingen. Gemeint sind Jungvögel die aus dem Nest gesprungen sind und noch nicht hundertprozentig fliegen können. Bei Nebelkrähen und Haussperlingen kommt das manchmal vor. Bei Drosseln (Amseln) ist das die Regel. Ein Elternteil ist immer in der Nähe und die Jungen halten Stimmkontakt zu ihnen. Die Fütterung dauert nur Sekunden. Immer aus größerem Abstand die Tiere beobachten, so dass die Vögel nicht durch die direkte Anwesenheit des Menschen beunruhigt werden. Rabenvögel verteidigen ihre Brut und fliegen des öfteren Raubsäuger und Menschen an.
Zwei Mauersegler wurden aufgenommen. Laien sollten sie auf keinen Fall füttern. Die Fütterung ist sehr zeitintensiv und erfordert eine hohe Geschicklichkeit. Aufnahme von 4 Zebrafinken. Sie kamen in eine Freivoliere. Ein Wurf Eichhörnchen nahm zur Aufzucht die Eichhörnchenhilfe. Desweiteren bekamen wir noch Anrufe wegen eingefrorener Schwäne, Wildkaninchen auf dem Alex, Igel im Winterschlaf und Abgabe von Zwergkaninchen. Der lustigste Anruf kam wegen eines Hamsters. Der war in einer Zoohandlung gekauft worden. Die Leute hatten sich schon beim Kauf gewundert das er so dick war. Drei Tage danach hat der weibliche Hamster geworfen.
 

Schliefanlagen- grausame Tierquälerei

Schliefanlagen sind in Deutschland gesetzlich erlaubt, müssen aber angemeldet werden. Laut Tierschutzgesetz (§3 Abs.7) ist es verboten, ein Tier an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen (§3 Abs.8) Die "Jägerschaft" verstößt damit gegen das Tierschutzgesetz.
Eine Schliefanlage ist ein künstlicher Nachbau eines Fuchsbaus. Die Hunde der "Jäger" sollen lernen, durch die Gänge des Baus hinter den Füchsen herzuhetzen. Die Füchse fängt man in Lebendfallen. Bevorzugt werden Jungtiere genommen. Sie sind noch unerfahren und sind beim Kampf keine große Gefahr für die Hunde. Beim Nachbau gibt es keinen Ausgang. Über Schieber, Deckel und Gitter entscheidet der "Jäger", wie weit der Fuchs flüchten kann. Ohne sicheren Fluchtweg bedeutet das für den Fuchs Stress, Angst oder den Tod durch Hundebisse. Nach "Saisonende" verlässt kein Fuchs die Anlage lebend.
Weil die Toleranz bei der Bevölkerung gering ist, werden die Anlagen vor der Öffentlichkeit versteckt. Nach einem Gerichtsurteil vom 26.02.1992 existiert in Berlin keine Schliefanlage mehr.

Das Töten der männlichen Küken

In Deutschland werden jährlich 45 Millionen männliche Küken der Legerassen unmittelbar nach dem Schlupf aussortiert, lebendig geschreddert oder vergast. Weil sie bei der Aufzucht kaum Fleisch ansetzen sind sie aus wirtschaftlicher Sicht "wertlos".
Eine Alternative ist die Haehnlein GmbH,  ein Zusammenschluß von 14 Land- wirtschaftsbetrieben in Mecklenburg. Die Küken werden gemeinsam aufgezogen. Die männlichen Küken wachsen in ca. 120 Tagen zu Hähnen heran.
Wissenschaftler arbeiten an einer neu entwickelten Geschlechtsbestimmungs- methode die das Geschlecht des Huhnes bereits im 72 Stunden lang bebrüteten Ei feststellen kann. Das Schmerzemfinden des Embryos beginnt erst mit dem 10. Bruttag.